Warum Apple so wunderschön altmodisch ist

Veröffentlicht am von Dr. Werner Fuchs

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iPhone

Weil Neuromarketing noch immer und allzu häufig auf Hirnscans reduziert wird, möchte ich eine Lanze für die Limbic® Map von Dr. Hans-Georg Häusel brechen. Und dieser verwegene Akt soll auf dem Hoheitsgebiet von  Apple stattfinden. Denn ausgerechnet dort zeigt sich, wie stark die Kraft der Erhaltung ist.

Selbstverständlich sprechen die innovativen Produkte von Apple das Emotionssystem der Stimulanz an. Und fraglos fühlen sich viele Apple-Fans als Performer. Aber zum Marktführer wird man nicht, ohne die Traditionalisten und Harmonisierer ins Boot zu holen. Denn im Theater der Gefühle machen die beiden Limbic Types  bis zu 70 Prozent des Publikums aus. Aber, und das ist von großer Bedeutung, selbst die Altersgruppe der 18-25 Jährigen sucht nach Sicherheit und bekannten Geschichten.  Und die bietet ihnen Apple wie kein anderes Unternehmen der IT-Branche.

Bungee Jumper, Kreative und die Pfadfinderzeit

Auch Bungee Jumper fühlen sich eher zu Hause, wenn sie einen Papierkorb statt Löschtasten entdecken. Kreative in Schwarz haben ihre Adressbüchlein und nicht Excel-Tabellen ins Herz geschlossen. Und ein Kompass erinnert Rebellen an ihre Pfadfinderzeit. Die Icons von Apple entstanden keineswegs zufällig, sondern mussten die Funktion erfüllen, das Innovative mit dem Gewohnten, Sicheren, Traditionellen zu verknüpfen. Ob Jonathan Ive, der geniale Chefdesigner von Apple, die limbischen Systeme kennt, wissen wir nicht. Aber wir können sicher davon ausgehen, dass er die Macht des Unbewussten kennt. Und er würde sich wohl kaum dagegen wehren, den Erfolg von Apple einmal unter neurowissenschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren.

Über den Autor: Dr. Werner Fuchs

Dr. Werner Fuchs, Autor des Buches "Warum das Gehirn Geschichten liebt"

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